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Skiurlaub in Schweden 1998 und anschließender
Paris-Kurztrip
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Montag, 22.2.1998
Ich habe es zum ersten mal seit zwei Jahren geschafft meinen VW-Bus
zu waschen! Überdies hinaus habe ich ihn sogar noch gewachst. Außerdem
habe ich die total versifften Schonbezüge gegen neue (für 17,95
DM bei Praktiker) ausgetauscht.
Freitag, 27.2.1998
Heute habe ich wieder einen Tag freigenommen um den notwendigen Ölwechsel
zu machen und den Rückfahrscheinwerfer zu reparieren. Da es bei Karstadt
aber Alpin-Ski für 99.- DM geben soll, fahre ich dorthin und kaufe
für Heike Ski mit Bindung, für mich nur Ski. Unglaublich, viele,
viele Markenski, alle für 99,- DM. Wahrscheinlich sind sie so billig,
weil es keine Carving-Ski sind, und das ist ja die große neue Mode.
Auf dem Nachhauseweg fällt mir im Rückspiegel schon ein chaotisch
fahrender Mercedes SEL auf. Irgendwann stockt der Verkehr, stop and go.
Nachdem ich mal wieder stoppen muß gibt es plötzlich einen kräftigen
Rums - der Mercedes ist mir hinten drauf gefahren. Sein Plastikstoßfänger
ist kaputt, sein Kühlergrill auch, ebenso beide Scheinwerfer.
Bei dem VW-Bus ist so gut wie nichts passiert, die (Metall-)stoßstange
hat eine kaum sichtbare Delle und das Heckabschlußblech darunter
ist etwas verbogen.
Der Fahrer des Mercedes ist nicht so prollig wie seine Fahrweise vermuten
ließ. Ich bekomme gleich sein Versicherungskärtchen.
Dann geht es ersteinmal zu meinen Eltern, ich mache den geplanten Ölwechsel
und repariere den Rückfahrscheinwerfer. Weiter fahre ich zur Werkstatt
und lasse einen Kostenvoranschlag machen. 844.- DM würde eine "fachgerechte"
Reparatur kosten. Ich will mich jedoch darauf beschränken das Blech
zurückzubiegen und mich von der Versicherung auszahlen zu lassen.
Das wird ein schöner Zuschuß für den Urlaub!
Sonntag, 1.3.1998
Heute muß ich noch den Abfluß der Spüle mit Wärmedraht
umwickeln, damit ich ihn auftauen kann wenn er eingefroren ist. Der Wärmedraht
ist aber nicht mehr so toll, irgendwo scheint ein leichter Kurzschluß
zu sein. Egal, Hauptsache er heizt. Das Aufräumen des VW-Busses zieht
sich doch stundenlang hin, ich bin erst gegen Abend fertig.
Dienstag, 3.3.1998
In der Mittagspause mache ich Großeinkauf bei Aldi. 140.- DM
werde ich los.
Mittwoch, 4.3.1998
Nach der Arbeit fahre ich beim Reisebüro vorbei, ich will die
Tickets für die Fähre kaufen. Wir wollen mit Stena-Line von Frederikshavn
nach Göteborg fahren. 160.- DM kostet der Spaß nach der 97er
Preisliste.
Leider hat Stena die Tarifstruktur etwas verändert. Nicht nur daß
Wohnmobile dieses Jahr teurer sind als PKW, nein, der Freitag ist nun auch
noch teurer als die anderen Tage. 296.- DM hätten wir nun für
die gewünschte Fähre zu zahlen. Das ist fast doppelt so viel.
Ich buche erstmal garnichts, fahre nach Hause und wälze nochmal Internet
und Kataloge. Die billigste Variante scheint die Passage Grenå-Varberg/Halmstad
für 200.- DM zu sein.
Leider fahren die Fähren dort seltener und zu blöderen Zeiten.
Außerdem brauchen sie eine Stunde und fünfzehn Minuten länger.
Egal, dafür sparen wir einen Hunderter. Ich fahre wieder zum Reisebüro
und will nun buchen. Der Computer dort funktioniert nicht richtig., ich
muß morgen wiederkommen. Ich erfahre aber, daß gerade an den
Tagen, an denen wir zurückfahren wollen eine der dort verkehrenden
Fähren auf der Werft ist und somit einige Abfahrten ausfallen. Na
toll. Wir sind eigentlich auf dem Rückweg immer nicht so festgelegt
und nehmen spontan die Fähre die uns gefällt. Das ist im Winter
normalerweise kein Problem, aber wenn jetzt eine Fähre ausfällt,
könnte es evtl doch passieren, daß das Schiff voll ist... Naja
müssen wir halt vorher anrufen.
Donnerstag, 5.3.1998
Ich hole nachmittags die Fährkarten ab. Abends müssen wir
noch den Wagen weiterpacken. Wir wollen am Freitag morgen um 8:30 Uhr die
Fähre in Grenå erwischen. Mit unserer Brotbackmaschine backen
wir ein Brot nach dem nächsten. Das schwedische Brot ist ja nicht
so toll, so wollen wir einen ganzen Vorrat mitnehmen. Ebenso sprudele ich
mit unsere Sprudelmaschine viele Liter Sprudelwasser zurecht, so müssen
wir auch keines kaufen.
Freitag, 6.3.1998
Morgens gegen ein Uhr kommen wir endlich los. Wir kaufen an einer Tanke
noch ein paar Zeitschriften, dann geht es weiter auf der A7 Richtung Flensburg.
Es ist stürmisch und regnerisch, der Regen geht immer mehr in Schnee
und Graupel über. Bald übermannt mich die Müdigkeit, ca.
50 km vor Flensburg fahren wir auf einen Rastplatz und schlafen. Allerdings
klingelt nach zwei Stunden bereits der Wecker, wir müssen weiter.
In Dänemark toben fürchterliche Schneestürme, die Autobahn
ist teilweise von einer geschlossenen Scheedecke bedeckt. Zwei schwerere
Unfälle sehe ich im vorbeifahren. Heike schläft hinten im Bett.
Gegen 6:30 Uhr geht die Sonne auf, wunderschön, im Osten blauer Himmel
mit Sonnenaufgang, gegenüber rosa beleuchtete helle Schneewolken.
Ich merke, daß die Zeit allmählich davonzulaufen beginnt, aber
eigentlich sollte es noch klappen.
Dummerweise verfahre ich mich dann auch noch in Århus, wir rasen
trotz des Schnees so schnell wir kommen nach Grenå. Dort kommen wir
um genau 8:30 an, leider zu spät, die Fähre macht gerade die
Klappe zu. So ein Pech!
Die nächste Fähre fährt um 13 Uhr. Dafür fährt
diese Fähre dann nach Varberg. Die 8:30-Fähre fährt nach
Halmstad was 75 km weiter südlich liegt. So sparen wir von den verlorenen
viereinhalb Stunden dadurch immerhin wieder eine knappe Stunde ein.
Bei wunderschönem aber kaltem Wetter schlendern wir dann noch einmal
über das Hafengelände, dann legen wir uns in den VW-Bus und holen
den verlorenen Schlaf nach.
Um kurz vor eins fahren wir dann auf die Fähre. Sie sieht sehr alt
und schrottig aus. Außerdem ist sie nicht besonders groß. Wir
gehen an Deck. Auch hier sieht die Fähre ziemlich abgewrackt aus.
Wir setzen uns an ein Fenster das so dreckig ist, daß man kaum hinausschauen
kann. Ich halte es nur ungefähr 15 Minuten aus, dann bin ich so müde,
daß ich wieder hinunter ins Autodeck gehe und mich in unseren VW-Bus
zum schlafen lege. Die See ist ziemlich unruhig, das Schiff schaukelt recht
stark. Trotzdem schlafe ich fast vier Stunden, bis Heike wieder erscheint
und wir in Varberg ankommen.
Das Wetter ist immer noch schön, bloß Schnee ist keiner mehr
da. Kurz hinter Göteborg müssen wir unbedingt bei MC Donald´s
unseren Hunger stillen. Wir haben auch den ganzen Tag noch nichts außer
ein paar Stücken Schokolade gegessen. Wir fahren dann weiter Richtung
Norden, am Straßenrand liegt etwas Schnee, es ist so knapp 0°C.
Gegen 21 Uhr fahren wir auf einen Parkplatz um dort zu übernachten.
Ich hole den Laptop raus und fange an Tagebuch zu tippen. Wir haben diesmal
nämlich einen alten Laptop mitgenommen um unser Tagebuch direkt einzutippen,
das Abschreiben nach dem Urlaub entfällt somit.
Samstag, 7.3.1998
Gegen neun Uhr stehen wir auf und fahren auch gleich los. Es ist noch
-2°C kalt, als wir losfahren wird es noch kälter. In Åmål
kaufen wir Brötchen, ein paar Kilometer weiter machen wir eine lange
ausgedehnte gemütliche Frühstückspause. Wahrscheinlich hat
die Rezeption des Campingplatzes in Idre schon zu wenn wir ankommen, wir
sind nicht besonders gut im Zeitplan, aber egal, wir haben ja Urlaub. Ich
tippe noch etwas Tagebuch. Danach fragt Heike ob ich auch Spiele mit habe.
Ich habe Tetris mit. Über einen billigen Universalstromadapter aus
dem Campinghandel (15,- DM) können wir den Laptop über die Autobatterie
betreiben. Allerdings wird der Adapter immer ziemlich heiß, wahrscheinlich
ist er eher für schwächere Stromverbraucher vorgesehen. Naja,
funktionieren tut die Sache jedenfalls.
Als ich den Motor anlassen will, dreht der Anlasser nicht. Na toll, jetzt
einen Defekt, das können wir ja wirklich gut gebrauchen. Im Sommer
hatte ich schon einmal das gleiche Problem, ein Hammerschlag auf den Magnetschalter
des Anlassers hatte es damals auf einfache Weise gelöst. Hoffentlich
hilft das auch diesmal wieder!
Naja, das Bett wird ausgeräumt, die Matratze hochgeklappt, Brett hoch,
Dusche ausräumen, Motordeckel abnehmen, ein paar Schläge auf
den Anlasser - und er springt wieder problemlos an. Uff! Nachdem wir nun
erfolgreich gestartet bin spielt Heike ununterbrochen Tetris und ist gar
nicht mehr vom Computer wegzubewegen. Mittlerweile liegt schon einiger
Schnee. Die Temperatur bewegt sich noch immer knapp unter dem Gefrierpunkt.
Kleinere Gewässer sind komplett zugefroren, größere nur
teilweise. Die Sonne scheint.
Heike spielt Tetris... ![]() |
Irgendwann merke ich, daß das Gehäuse
des Stromadapters zu schmelzen beginnt. Das Teil ist wohl wirklich nicht
für Laptops geeignet. Glücklicherweise ist direkt über dem
Stromanschluß im Auto die Lüftung angebracht. Wenn ich nun den
Luftstrom direkt auf den Adapter lenke wird dieser gerade mal lauwarm.
Geniale Lösung. Heike kann weiterspielen!
Plötzlich wird der Schnee immer weniger, in Säffle liegt fast
gar kein Schnee mehr.
Ich höre ein Klappern irgendwo am VW-Bus. Dies macht mich irgendwie
nervös. Was ist da jetzt schon wieder lose? Hoffentlich nichts wichtiges!
Dreimal steige ich aus und suche nach dem Klappern. Beim ersten mal befestige
ich das vordere Nummernschild, das etwas lose ist, aber das Klappern hört
nicht auf. Der Auspuff ist es nicht, der Kühler nicht, die Stoßstange
wohl auch nicht, die Wasserrohre auch nicht, so weit ich das sehen kann.
Grrrr, was ist das schon wieder? Heike stört meine Unrast, soll es
doch klappern. Naja, ich will morgen in Idre nochmal gründlich schauen
was da wohl klappert.
Erst gegen kurz vor sechs geht die Sonne unter. Es wird spürbar kälter.
Das Thermometer sinkt bis auf -19,4°C! Die Straße ist auch nicht
mehr überall schneefrei, vereiste Stellen sind aber ganz selten. Kurz
vor Idre steigt das Thermometer wieder auf -17°C. Dann fahren wir von
Idre aufs Idrefjäll, wo das Skigebiet und unser angepeilter Campingplatz
sind. Obwohl es stetig bergauf geht, wird es draußen immer wärmer,
als wir oben ankommen zeigt das Thermometer nur noch -12°C an. Wir
fahren zum Campingplatz. Wir steigen aus und orientieren uns gerade, da
kommt ein Mann auf uns zu. Er kann nur schwedisch, und wir wissen erst
nicht ob er der Campingwart ist oder ein Gast. Es stehen ziemlich viele
Wohnwagen und einige wenige große Wohnmobile herum. Wir fallen mit
unserem alten kleinen VW-Bus wieder ganz schön auf, aber das ist nicht
so schlimm. Der Mann ist der Campingwart. Die Rezeption hat schon vor drei
Stunden geschlossen, aber er läßt uns einchecken. Wir bekommen
den Platz mit der Nummer 99 zugewiesen. Der Mann führt uns noch herum
und zeigt uns alles. Als wir zu unserem Stellplatz fahren wollen geht der
Anlasser wieder nicht. Na toll, ich habe unheimlich Lust jetzt das ganze
Bett auszuräumen, den Motordeckel aufzumachen und auf dem Anlasser
rumzuklopfen... Naja, es geht rückwärts leicht bergab, ich lege
den Rückwärtsgang ein, rolle langsam los und lasse die Kupplung
kommen. Zum Anspringen des Motors hat es zwar nicht gereicht, aber der
Anlasser geht durch den Ruck wieder. So fahren wir zu unserem Stellplatz.
Die beleuchtete Abfahrtspiste ![]() |
Leider haben wir in unserem VW-Bus keine Drehsitze.
Allerdings kann man mit Gewalt den Beifahrersitz aus seinen Schienen reißen
und andersherum wieder einschieben. Das machen wir nun auch. Achja, ich
sehe noch, daß sich die Verkleidung des einen Lautsprechers abgelöst
hat. Das wird zwar kaum das Klappern gewesen sein, aber ich klebe sie trotzdem
fest.
Dann werden im Auto erst einmal Käsnudeln gekocht. Nachdem wir uns
nudeldicke satt gegessen haben gehen wir auch ziemlich bald in die Heia!
Sonntag, 8.3.1998
Nach einem ausgiebigen Frühstück gehen wir hinunter in den
Ort. Dort melden wir Heike zur Skischule an, dann gehen wir ins Sportgeschäft
und leihen uns Langlaufskier. Heute werden wir erst einmal Langlauf machen.
Wir gehen mit den Skiern zurück zum Campingplatz und suchen nach irgendeinem
Plan in dem die Loipen eingezeichnet sind. Der Campingwart von gestern
abend sieht uns mit den Skiern vor den Plänen stehen, eilt gleich
in die Rezeption, such einen Moment, reißt dann den Loipenplan von
der Wand und schenkt uns diesen. Das ist aber nett!
Wir machen uns dann auch gleich auf die Socken und begeben uns auf die
5-km-Loipe. Bei der ersten etwas längeren Bergabstrecke fallen wir
beide hin, Heike noch etwas früher als ich. Egal. Die 5 Kilometer
haben wir nach ungefähr einer Stunde bei bestem Wetter hinter uns
gebracht. Es ist irgendwie auch überhaupt nicht kalt, die Sonne scheint
und die Temperatur dürfte so knapp unter dem Gefrierpunkt liegen.
Nach einer kurzen Rast begeben wir uns jetzt auf eine 2,5 km lange Loipe.
Die haben wir dann auch ziemlich schnell hinter uns gebracht, nun sind
wir aber wirklich etwas erschöpft. Trotzdem wollen wir heute Abend
noch die beleuchtete 7,5-km-Loipe ausprobieren.
Langlauf... ![]() |
Doch erstmal begeben wir uns zurück zu VW-Bus,
braten die übriggebliebenen Käsnudeln von gestern abend auf und
machen es uns gemütlich. Dabei bleibt es dann auch, vielleicht schaffen
wir die 7,5-km-Loipe ja morgen...
Montag, 9.3.1998
Wie gestern werden wir von der Musik geweckt, die die Abfahrtspiste
beschallt. Diese Abfahrt ist nicht nur nachts beleuchtet, nein, sie wird
auch den ganzen Tag mit Musik berieselt. Wenigstens ist es überwiegend
gute Musik, die wir so den ganzen Tag hören müssen. Wir gehen
hinunter zum Einkaufsladen und kaufen uns Brötchen, Milch und andere
Lebensmittel. Beim Frühstück bekommen wir Besuch von unserem
Campingwart, der uns einen Eiskratzer schenkt und besorgt fragt, ob es
auch wirklich warm in unserem VW-Bus ist. Wir sind der einzige so kleine
Wagen auf dem Campingplatz, sonst stehen hier nur große Wohnwagen
und zwei oder drei größere Wohnmobile. Wir haben aber einen
kleinen Elektroofen mit Thermostat der unseren Bus gut aufwärmt. Außerdem
haben wir noch unsere Truma-Gasheizung, die wir hier aber nicht benutzen,
da wir ja elektrischen Strom zur Verfügung haben. Unser Bus ist zwar
klein, alt, häßlich und schrottig, aber bestens ausgestattet
und im Rahmen siner Möglichkeiten kann man ihn wohl auch noch als
zuverlässig bezeichnen. Nach dem Frühstück laufen wir noch
einmal die 2,5-Kilometer-Loipe quasi als Aufwärmtraining.
Um 15:00 Uhr beginnt Heikes (Alpin-)Skischule. Wir überlegen noch,
ob wir schon einen Skipaß kaufen, denken aber daß sich das
für den Anfängerkurs am ersten Tag nicht lohnt und kaufen eine
10-Fahrten Karte.
Dann bringe ich Heike zu Ihrer Gruppe. Die Zeit überbrücke ich
in dem ich durch´s Idre-Fjäll-Center schlendere und mich ein
bischen umschaue. Fahrten mit dem Motorschlitten werden für 400 Kronen/Schlitten
angeboten, Dauer: Eine Stunde und 20 Minuten. Das könnte man sich
überlegen. Nach 45 Minuten gibt es aber auch nichts neues mehr zu
sehen, so schlendere ich wieder zu dem Hang, an dem Heike Skischule macht.
Ich sehe sie mit Ihrer Skigruppe gerade hinter der Kuppe verschwinden.
Sie kommen auch nicht wieder hochgekraxelt, also beobachte ich genau den
Schlepplift um Heike dort zu erspähen, doch ewige Zeit passiert nichts.
Plötzlich fährt ihre Skigruppe an mir vorbei den Hang runter.
Naja, der Schlepplift war ja auch ziemlich weit weg, ich konnte Heike dort
nicht erblicken. Ich finde, daß Heike schon recht flüssig fährt
nach einer knappen Stunde Skischule; das ganz große Desaster scheint
es zumindest nicht zu sein. Nun suche ich mir eine bessere Position, direkt
über dem Tunnel wo der Schlepplift drin verschwindet. Ich sehe, daß
hier vier Tellerlifte nebeneinander verlaufen. Kurz vor dem Tunnel scheint
eine Zwischenaussteigestation zu sein. Als ich gerade beobachte wie ein
Skilehrer eine etwas unbeholfene Tante aus der Liftspur schiebt, entdecke
ich, daß das Heikes Gruppe ist. Heike steht schon neben dem Lift
und wartet. Ich habe sie wieder nicht gesehen, obwohl sie direkt vor meiner
Nase ausgestiegen sein muß und ich die ganze Zeit auf den Lift gestarrt
habe. Bin ich denn blind?
Der Skikurs ist für heute zu Ende, Heike hat es gut gefallen, so gut,
daß sie gleich zurück zur Zwischenaussteigestation geht, sich
einen Teller schnappt und den Lift zu Ende fährt. Dann fährt
sie hinüber zum nächsten Lift und den Berg noch ein Stückchen
weiter hoch. Diese Abfahrt fährt sie noch zweimal mit Begeisterung
hinunter, dann geht es zurück zum Campingplatz. Die Zehnfahrtenkarte
ist übrigens noch voll, niemand hat am Lift kontrolliert. Alle anderen
aus der Skigruppe hatten einen Skipass, peinlich... Aber man kann doch
eigentlich nicht wegen zwei Fahrten mit dem Schlepplift eine Tageskarte
kaufen müssen! Egal. Mal sehen wofür wir unser Zehnfahrtenkarte
benutzen können, vielleicht für den Sessellift? Morgen kaufen
wir jedenfalls einen Skipass der Preisunterschied zwischen einem 13-Tages-
und einer 14-Tagespaß liegt gerade mal bei 40 Kronen (knapp 10 DM).
Das fahren wir bestimmt ab.
Ersteinmal verköstigen wir uns. Der eingeschweißte Leberkäse
ist aufgebläht wie ein Ballon, das war er gestern noch nicht. Wir
riechen dran und beschließen, daß man ihn noch essen kann,
also gibt es wie gestern Leberkäs mit Spiegelei. Ich bin unersättlich
und mache mir noch ein Fertigreisgericht (von Aldi) während Heike
ihrer Sucht fröhnt und auf dem Laptop Tetris spielt.
Die beleuchtete Nachtloipe ![]() |
Irgendwie will ich heute noch auf die beleuchtete
Langlaufpiste gehen, ich kann Heike knapp überreden mitzukommen. Es
ist minus zehn Grad kalt, am Anfang frösteln wir etwas, aber mit der
Zeit wird uns immer wärmer, so daß wir trotz der Kälte
Schal, Mütze und Handschuhe ausziehen. Die 7,5 Kilometer die die Loipe
haben soll, ziehen sich hin. Irgendwie drängt sich uns der Eindruck
auf, daß die beleuchtete Loipe doch vielleicht 10 Kilometer lang
ist, wir müssen wohl noch einmal auf dem Plan nachschauen. Aber auch
die 10 Kilometer sind irgendwann geschafft, ich bin völlig durchgeschwitzt
und gehe gleich duschen. Die drei Minuten die ein Fünfkronenstück
hergibt, reichen immer gerade so wenn ich mich beeile. Als ich zurück
im VW-Bus meine Dreckwäsche in die Dreckwäschetüte tun will,
finde ich diese Tüte trotz intensiver Suche nicht. Es drängt
sich der Verdacht auf, daß ich sie mit der Mülltüte verwechselt
habe und in den großen Müllcontainer entsorgt habe. Denn die
Mülltüte von der ich dachte, daß ich sie schon entsorgt
hätte ist noch da...
Wir haben uns für 50 Kronen ein Fernsehanschlußkabel gekauft.
Ich habe schon immer einen kleinen alten schrottigen Schwarzweißfernseher
(12 cm Bild) im Auto liegen und laut Campingplatzprospekt werden hier SAT1
und RTL ins Kabel eingespeist. Den Spaß wollen wir uns gönnen.
Allerdings klappt das leider nicht, die beiden deutschen Sendern sind offensichtlich
auf den Sonderkanälen und die kann unser Gurkenfernseher natürlich
nicht empfangen. Naja, so müssen wir uns auf das schwedische Programm
beschränken, was auch nicht so schlimm ist, da die meisten Filme in
Englisch mit schwedischen Untertiteln ausgestrahlt werden. Sogar einige
Werbespots werden in Originalsprache mit schwedischen Untertiteln ausgestrahlt!
Dienstag, 10.3.1998
Wir wachen ziemlich spät auf, aber egal, wir haben Urlaub. Nach
dem Frühstück mache ich den Abwasch während Heike ihrer
neuen Sucht nachkommt und Tetris spielt. Danach schnallen wir unsere Skier
auf und fahren zur Liftkartenverkaufsstelle. Meine Skier kleben erst ziemlich
am Boden fest, aber nach der ersten Abfahrt wird es besser. Wir kaufen
uns Skipässe für 14 Tage, also bis übernächsten Montag
einschließlich. Der Preis ist mit 1140 Kronen pro Paß eigentlich
angemessen. Das Skigebiet hat ungefähr 35 Lifte und ebensoviele Abfahrten.
Allerdings laufen viele Lifte parallel zueinander und viele Abfahrten ebenso.
Die leichteren Abfahrten gehen etwas weiter außen den Berg hinab,
während die schwereren den Hang direkt hinunterführen. Wir fahren
erst zweimal die Piste hinab, die Heike gestern mit der Skischule gefahren
ist, dann fahren wir mit dem Sessellift den Berg hoch. Dummerweise hat
der Sessellift keine Fußstützen, so daß die Füße
mit den schweren Skiern die ganze Zeit herunterbaumeln. Nachdem wir den
Berg hinuntergefahren sind und noch einmal den Sessellift genommen haben,
fahren wir mit dem "Transportliften" zur Rückseite des Berges.
Der "Transportliften" ist etwas kurios, denn dieser Schlepplift
wird in beide Richtungen benutzt. Die Verbindungspiste die er bedient ist
im unteren Drittel so eben, daß man dort den Lift entgegen der eigentlichen
Richtung benutzen kann. Überhaupt ist hier der Umgang mit den Liften
lockerer als man es aus den Alpen kennt, man steigt ein und aus wo man
will bzw. wo man kann. Karten werden auch nur recht selten kontrolliert.
Nun fahren wir "Dalarnas längsta" Piste hinab, die längste
Piste von Dalarna. Die Pisten haben hier teilweise phantasievolle Namen
wie "Butter", "Prosit" oder der "Choken",
die steilste Piste Skandinaviens.
Wir machen noch eine Pause und kaufen uns skandinavische Kartoffelmehlwürstchen
mit Brot, dann hat Heike auch schon Skischule. Währenddessen fahre
ich ein bischen die Berge hinauf und hinab. Im Schlepplift treffe ich einen
Deutschen. Ich habe ihn als Deutschen erkannt weil er "den hob i net
verdwischt" gemurmelt hat, nachdem ihm der Liftbügel vom Po gerutscht
war. Da ich schon auf die Liftspur gerutscht kam mußte er mit mir
zusammenfahren. Er kam aus Lindau, eine ganz schön weite Anreise,
wenn man bedenkt, daß er die Alpen vor der Tür hat.
Nachdem Heikes Skischule zu Ende ist, müssen wir schnell zusehen zurück
zum Campingplatz zu kommen, bevor die Lifte zumachen. Der Lift den wir
brauchen dreht zwar noch, allerdings hängt eine Leine davor, so daß
wir nicht mehr einsteigen können. Pech. Allerdings überredet
ein Schwede die Lifttante ihn und seine Kinder noch hochfahren zu lassen,
wir wutschen gleich mit hinein. Nach 2/3 der Strecke hält der Lift
aber an. Wir sind aber zum Glück schon fast auf der Höhe des
Campingplatzes und müssen nicht mehr großartig kraxeln.
Nun wollen wir unsere ausgeliehenen Langlaufskier endgültig zurückgeben.
Wir nehmen sie und bringen sie zurück zum Sportgeschäft. Auf
halber Strecke merken wir, daß wir leider die Schuhe vergessen haben,
so laufe ich noch einmal zurück und hole sie, während Heike nun
mit zwei Paar Skiern/Stöcken weiter zum Laden geht.
Wir geben die Skier ab, aber niemand will Geld von uns. Wir hatten für
zwei Tage bezahlt, haben die Skier dann aber drei Tage ausgeliehen. Naja,
Glück gehabt.
Heike kauft sich noch ein Stirnband für ihre Ohren, dann gehen wir
ins Lebensmittelgeschäft und kaufen etwas Hack sowie anderen Schnickschnack.
Abends werden dann Spaghetti gekocht, dann fallen wir beide auch schon
vor Erschöpfung ins Bett, obwohl es noch keine 8 Uhr ist.
Allerdings schlafen wir die Nacht nicht so gut, es ist recht windig und
unser VW-Bus ist nun doch nicht mehr so hundertprozentig dicht, so daß
es uns ganz schön um die Ohren pfeift. Außerdem müssen
wir de nachts beide zum Klo, was bei -10°C und 300 Metern Entfernung
zu den Toiletten auch nicht so toll ist. Ich kann dann überhaupt nicht
mehr einschlafen und schreibe lieber Tagebuch...
Mittwoch, 11.3.1998
Wir wachen auf, es ist trübe und schneit etwas. Trotzdem machen
wir uns nach dem Frühstück gleich auf zum Skilaufen.
Im Schlepplift ![]() |
Wir fahren mit dem Sessellift den Berg hoch, ein
eisiger Wind bläst uns ins Gesicht, es bringt nicht so viel Spaß.
So begeben wir uns nach einigen ungemütlichen Abfahrten auch wieder
zu unserem VW-Bus und machen ein kleines Schlafpäuschen. Als um 15
Uhr Heikes Skischule losgeht fahre ich auch noch ein paarmal die Pisten
hinunter.
Abends braten wir uns zu den restlichen Nudeln noch ein wenig Fleisch auf.
Es schneit ohne Unterlaß, mittlerweile auch so stark, daß einiger
Schnee liegenbleibt. Im VW-Bus zieht es wie Hechtsuppe. Ist er wirklich
so undicht? Heike will wenigstens hinten mit Kleidung die schlimmsten Stellen
abdichten, auf einmal beginnt sie lauthals zu lachen: Die Heckklappe ist
nicht richtig zu! Kein Wunder daß es zieht (und das schon seit drei
Tagen...).
Es schneit noch die ganze Nacht weiter.
Donnerstag, 12.3.1998
Es liegen bestimmt 15-20 cm Neuschnee. Wir stapfen frische Spuren hinein.
Die Sonne scheint wieder, es verspricht ein schöner Tag zu werden.
Vor dem Frühstück stoße ich mir ersteinmal eine schöne
Platzwunde in den Kopf, etwas später streiten Heike und ich uns dann
so heftig, daß wir uns mit Kaffee und Butter bewerfen. Nachdem wir
die Sauerei dann beseitigt haben vertragen wir uns auch wieder. Bei wunderschönem
Wetter geht es dann auf die Piste. Kein Vergleich zu gestern. Wir fahren
verschiedene Pisten hinab, Heike fällt ein paar mal hin. Dafür
daß das heute aber erst Ihr vierter Tag auf Skiern ist fährt
sie echt supergut. Man kann eigentlich schon im ganzen Skigebiet mit ihr
herumfahren, solange man nicht gerade die schwierigsten Pisten wählt.
Als Heike von einem kleinen Jungen geschnitten wird fährt sie in eine
Pistenabsperrung aus Plastik und reißt diese nieder. Sie ist fürchterlich
wütend, ich kann sie kaum beruhigen. Etwas später probieren wir
den Nordabhang aus. Auch hier sind schöne Pisten jeden Schwierigkeitsgrades.
Allerdings verlaufen sie im Prinzip alle parallel, die leichteren verlaufen
etwas weiter außen herum, während die schwereren den Berg direkt
hinunterführen. Kurz vor dem Einsteigen in den Doppelschlepplift fällt
Heike hin, schuld bin natürlich ich, weil ich angeblich ihren Ski
blockiert habe oder so. Der Liftheini hilft ihr beim Aufstehen, aber das
klappt irgendwie nicht, nun ist auch noch der Ski abgegangen. Außerdem
achtet sie überhaupt nicht auf die vorbeiziehenden Liftbügel,
der Liftheini paßt aber auf daß sie keinen an den Kopf bekommt.
Naja, wir kommen dann doch hoch, Heike ist geladen und unablässig
am schimpfen. Alle sind schuld, ich daß sie hingefallen ist, und
der Liftheini auch, er hat ihr so komisch beim Aufstehen geholfen, daß
der Ski natürlich abgehen mußte. Ach so!
Bei der nächsten Liftfahrt mit dem gleichen Lift klappt das Einsteigen
zwar wunderbar, aber die Heinis vor uns bleiben direkt an der Aussteigestelle
so dusselig stehen, daß Heike gegen die Holzwand fährt, gegen
die man normalerweise den Bügel wirft. Die Heinis gucken noch ganz
blöde, da kommt der nächste Bügel angefahren, ein junges
Mädchen fällt von hinten in die Gruppe. Nun haben die Heinis
wohl endlich kapiert, daß sie im Weg stehen und gehen ein Stückchen
weg.
Abendstimmung am Idre Fjäll ![]() |
Am Abend holen wir uns Pizza aus dem Pizzaladen.
Eine Pizza Hawaii kosten 53 Kronen. Sie ist etwas zu groß für
den Karton in den sie verpackt wird. Es ist ungefähr eine 28-cm-Pizza.
Sie ist nicht besonders reichlich belegt, aber es geht. Drei ganze Ananasscheiben
liegen auf ihr drauf.
Als wir mit dem Pizza im VW-Bus ankommen, ist sie natürlich nicht
mehr richtig warm, aber wir backen sie in unserem Blechschachtelofen wieder
auf. Eine Pizza für zwei Personen reicht nicht ganz. Also backen wir
uns in unserem Blechschachtelofen noch einen Fertiggerichtauflauf.
Plötzlich geht das Licht im Auto aus. Die Batterieschutzschaltung
der Zweitbatterie hat angesprochen. Das bedeutet, daß die Batterie
fast leer ist, und das schon nach so kurzer Zeit, obwohl wir nur ein paar
Lampen laufen hatten. Naja, egal, wir haben ja ein Ladegerät dabei,
das wird dann auch gleich angeschlossen.
Freitag, 13.3.1998
Das Wetter ist wieder schön, die Sonne scheint. Wir sind aber
superfaul und kommen kaum aus unserem Bett heraus. Wir lesen und faulenzen;
irgendwann gegen 12 Uhr machen wir endlich Frühstück. Dann wird
noch etwas gefaulenzt, gegen 14 Uhr endlich machen wir uns auf den Weg
zum skifahren. Inzwischen hat, trotz des sonnigen Wetters, ein ziemlich
kräftiger Wind eingesetzt, so kräftig, daß der Sessellift
wegen Windes nicht fährt. Das ist aber nicht so schlimm, da man mit
Schleppliften auch den Berg hochkommt. Wir fahren auch mit dem Schlepplift
hoch. Weiter oben hat der Wind den Schnee teilweise so auf die Schleppliftspur
verblasen, daß es schon ein bischen schwierig ist über die Schneewehen
zu fahren. In dem Lift der direkt parallel links neben uns verläuft
sind die Wehen so hoch, daß die Leute teilweise aus dem Lift herauspurzeln.
Der Sturm hat den Schnee von der eisigen Piste weggeblasen. ![]() |
Oben angekommen tobt ein fürchterlicher Sturm.
Der Schnee wird über den Boden geblasen, es sieht hier aus wie in
einem fürchterlichen Sandsturm. Der Wind bläst uns so kräftig
entgegen, daß wir die Abfahrt nicht hinunterrutschen, wir müssen
uns mit den Stöcken abstoßen um überhaupt vom Fleck zu
kommen. Wir fahren nun lieber auf der tiefergelegenen Abfahrt, da das Wetter
dort nicht so ungemütlich ist. Allerdings sind auf die Idee auch schon
viele andere gekommen, die Liftschlangen sind für hiesige Verhältnisse
extrem lang, man muß bestimmt 3-4 Minuten warten bis man drankommt.
Heike hat nun Skischule. Ich will noch ein wenig alleine fahren, aber irgendwie
ist das zu langweilig. So begebe ich mich zurück zu unserem VW-Bus
und will das Abendessen vorbereiten. Allerdings bin ich dann doch zu träge
und entspanne mich lieber.
Heute holen wie dann zwei Pizzen vom Pizzaladen. Bevor wir sie in unserem
Blechschachtelofen aufbacken bestreuen wir sie noch fett mit Gouda, hmmm.
Zwei dermaßen verfeinerte Pizzen sättigen uns dann auch völlig.
Abends springt schon wieder die Batterieschutzschaltung der Zweitbatterie
an. Die ist schon wieder leer, obwohl wir sie gerade geladen haben. Scheint
wirklich ziemlich fertig zu sein. Da ist wohl mal eine neue fällig.
Samstag, 14.3.1998
Auch heute wieder kommen wir nicht so recht aus den Federn. Heike geht
einkaufen, während ich den angesammelten Abwasch erledige.
Nach einem gemütlichen Frühstück und einer kleinen weiteren
Lesestunde kommen wir dann um ein Uhr auf die Piste. Dafür daß
Wochenende ist, ist die Piste extrem leer. Allerdings ist heute auch An-/Abreisetag
in dem angrenzenden Feriendorf. Die Abreisenden sind schon weg und die
Anreisenden begeben sich auch nicht sofort zum skilaufen. Morgen wird es
sicherlich wieder etwas voller werden.
Die Sonne ist zwar ein wenig verschwunden aber es ist trotzdem recht angenehm
zu fahren, da der Wind nicht mehr so bläst.
Heute wollen wir uns mal den Choken, die steilste präparierte Piste
Skandinaviens genauer anschauen. Wir fahren hin und es ist unglaublich.
Von weitem sieht der Choken ja schon steil aus, aber wenn man von oben
guckt... Es ist eigentlich nur ein vereister Abgrund. Das Gefälle
beträgt bestimmt 70%, im Sommer würde man sich wohl abseilen
müssen um hinunterzukommen. Zwei einsame Skifahrer wollen es tatsächlich
versuchen. Vergebliche Versuche... Sie fahren nicht den Berg hinunter,
sie rutschen langsam seitlich mit den Skiern herunter, und selbst dabei
reißt es den einen hin, und er schliddert den Abgrund runter. Erstaunlicherweise
kommt er wieder zum Stillstand, und hat jetzt wohl doch die Hosen voll.
Langsam klettert er den Choken wieder hoch. Die Abfahrt ist einfach zu
steil und wohl auch ziemlich vereist. Der andere Skifahrer hat auch aufgegeben,
beide klettern die Piste wieder hoch.
Notre Dame ![]() |
Wir lassen den Wagen da stehen wo er ist. Wir besichtigen
Notre-Dame, gehen dann zum Louvre, doch die Schlange ist mehrere hundert
Meter lang. Wir schlendern dann durch die Tuilerien, dann die Champs-Elysees
entlang zum Arc de Triumph.
Dann kommen wir noch an einem Disney-Shop vorbei. Das trifft sich gut,
denn morgen wollen wir ja ins Disney-Land und wir wissen noch gar nicht
so genau wo wir eigentlich fahren müssen. Hier versorgen wir uns sogleich
mit Prospekten.
Abends gehen wir bei einem Chinesen im Quartier Latin essen, das Essen
ist ganz passabel. Für ein Menü mit Vorspeise, (kleiner) Hauptspeise
und Nachtisch zahlen wir 52 Franc (ca. 15,- DM). Danach gibt es noch einen
leckeren Crèpe in der Crèperie von gestern.
Wir gehen zu unserem Auto und fahren damit zu dem neuen Hotel. Wir parken
ganz in der Nähe des Hotels direkt vor einem dieser komischen Parkautomaten.
Darauf ist zu lesen, daß man nur zwischen 9 und 19 Uhr bezahlen muß.
Da wir morgen ins Eurodisneyland fahren wollen und hoffen gegen neun Uhr
loszufahren, ist das wohl kein Problem.
Dienstag, 23.3.1998
Wir stehen um acht Uhr auf, ich bin um kurz vor neun aber noch in der
Dusche. Heike geht schon runter zum Auto, damit wir nicht noch aufgeschrieben
werden.
Nachdem ich fertiggeduscht habe und zum Auto gehe, erwartet Heike mich
schon mit grummeligem Gesicht. Wir haben wieder einen Strafzettel bekommen,
diesmal über 275 Franc. Wir haben zwar direkt vor dem Parkautomaten
aber leider auch im eingeschränkten Halteverbot geparkt. Außerdem
war unser Auto mit einem Aufkleber versehen, der uns zum Abschleppen freigibt!
Da haben wir ja gerade noch einmal Glück gehabt. Hoffentlich wird
uns der Strafzettel nicht hinterhergeschickt!
Wir fahren bei Sonnenwetter zum Eurodisneyland und das ohne uns großartig
in Paris zu verfransen. Der Parkplatz der zum Park gehört kostet noch
einmal unverschämte 40 Franc, der Eintritt ist mit 165 Franc/Person
auch recht hoch. Glücklicherweise ist bis zum 31. März Nebensaison,
danach wird´s noch teurer!
Wir besuchen ein paar Fahrgeschäfte, dann setzen wir uns in ein Café,
Heike trinkt einen Kaffee, ich habe Hunger und bestelle mir einen Riesen-Hotdog
für 25 Franc. Der Hotdog ist lediglich eine lange Knackwurst im Brot,
enttäuschend bei dem Preis; man könnte auch sagen: Eine Frechheit!
Überhaupt sind die Preise für Verpflegung hier recht hoch. Das
ist umso dreister, da es offiziell verboten ist eigenes Essen mit in den
Park zu nehmen. Unverschämt! Wir wollen uns aber nicht ärgern.